Paradigmenwechsel 2019

Gezielt das Sicherheitsbewusstsein schärfen

Wie Sie selbst aus Ihrer eigenen Erfahrung wissen, gehen wir ständig Risiken ein und es lauern überall Gefahren – am Arbeitsplatz, auf der Straße und zu Hause. Unser Fokus für 2019 ist, das Sicherheitsbewusstsein der Menschen in allen zentralen Bereichen gezielt zu schärfen und nachhaltig zu stärken. Dazu starten wir mit einer 12-teiligen Reihe mit dem Titel „Paradigmenwechsel in der Arbeitssicherheit“. In diesem Überblick erfahren Sie, was Sie erwartet.

von Larry Wilson

Neue Perspektiven zur Arbeitssicherheit

Um Ihnen unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Arbeitssicherheit aufzuzeigen sowie Ihnen unsere Ansätze und Ideen für ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein näher zu bringen, hat Larry Wilson – Safety-Experte sowie Autor und Gründer von SafeStart – die Paradigmenwechsel-Serie initiiert. In dieser Beitragsreihe werden wir monatlich ein sicherheitsrelevantes Thema aufgreifen, dieses kritisch beleuchten und Ihnen neue Sichtweisen auf das Thema Arbeitssicherheit geben. Wir möchten Sie zum Nachdenken und persönlichen Hinterfragen anregen.

12 interessante Gesichtspunkte rund um Arbeitssicherheit

Die Paradigmenwechsel-Reihe besteht aus 12 in sich abgeschlossenen Themen, hier im Überblick:

Fachgebiete der Themenserie "Paradigmenwechsel in der Arbeitssicherheit" von Larry Wilson im vollständigen Kreisdiagramm um bewusstseinsbasierte Arbeitssicherheit
Paradigmenwechsel in der Arbeitssicherheit: Alle 12 Schlüsselthemen im Überblick. (Bild: © SafeStart)

1. Gefahr oder gefährliche Energie?

Beim Thema Sicherheit in Unternehmen fokussieren sich viele Manager und Fachexperten oft nur auf von Natur aus gefährliche Sachverhalte, die meist gut kontrolliert und/oder gezielt abgeschirmt werden können. Doch was ist, wenn wir uns bewegen – und dabei unachtsam sind? Lesen Sie, was Bewegungsenergie ausmacht – und was sie auslösen kann.

2. Quellen unerwarteter Ereignisse: Entscheidung oder Fehler?

Alle unfallbedingten Verletzungen sind auf drei Faktoren zurückzuführen. Wenn wir uns die Unfallursachen einmal genauer ansehen, stellen wir fest: Mehr als 90 Prozent aller Verletzungen sind auf die eigenen Handlungen zurückzuführen – kurz: menschliches Fehlverhalten. Erfahren Sie mehr zum Thema – und wie Sie Verletzungen vermeiden können!

3. Persönliche Risiko-Pyramide

Mithilfe der persönlichen Risiko-Pyramide werfen wir einen Blick darauf, welche Verletzungen sich die meisten Menschen in ihrem Leben zuziehen – und wie viele es wirklich sind. Dabei fällt auf, dass mehr Faktoren eine Rolle spielen als konkret erkennbare Ursachen. Erfahren Sie, wie weit Statistik und Schätzung auseinandergehen, und was Sie daraus lernen sollten.

4. Vom Glück zu Fertigkeiten

Statistisch gesehen passieren über 50 Prozent unserer Verletzungen in den ersten 10 Prozent unseres Lebens – also in der Kindheit. Im Vergleich dazu haben wir uns im Erwachsenenalter um 5.000 Prozent verbessert und ziehen uns erheblich weniger Verletzungen zu. Kein Wunder, dass fast alle Erwachsenen denken, dass sie sicher genug sind. Warum genau das ein Trugschluss ist, lesen Sie hier!

5. Sicher genug oder nur Glück (bisher) gehabt?

Auch wenn alles abgesichert scheint, passieren immer wieder schwere Verletzungen und sogar Todesfälle. Diese sind allzu oft nicht einmal auf offenkundige Gefahrenpotenziale zurückzuführen. Umso schwieriger ist es, die richtigen Aspekte in die Analysen und Risikobewertungen einfließen zu lassen. Erfahren Sie in diesem Beitrag, welche dies sind!

6. Risiko-Fehler-Muster erkennen und das Konzept des Self-Triggering: Die erste Technik zur Reduzierung kritischer Fehler

Mehr als 95 Prozent aller Verletzungen werden durch die betroffene Person selbst verursacht. Nahezu alle gehen auf einen oder mehrere dieser vier Fehler zurück: Augen nicht bei der Sache, Kopf nicht bei der Sache, die Bewegung in die Gefahrenzone hinein und der Verlust des Gleichgewichts. Wenn Sie dann darüber nachdenken, wie viele dieser unbeabsichtigten Fehler durch Hektik, Frustration, Müdigkeit oder Selbstüberschätzung ausgelöst wurden, dann ergibt sich ein wiederkehrendes Muster: Der Zustand führt zu Fehlern, die das Risiko vergrößern. Das ist die Grundlage für das Self-Triggering: Lernen Sie in diesem Artikel, wie Sie die jeweiligen Zustände als Trigger einsetzen, um potenzielle Fehler zu vermeiden!

7. Die Neurowissenschaften hinter den Techniken zur Vermeidung kritischer Fehler

Die Techniken zur Reduzierung kritischer Fehler sind beinahe doppelt so alt wie die Neurowissenschaften – doch deren Erkenntnisse untermauern die Wirksamkeit der Techniken durch wissenschaftliche Ergebnisse. Sie liefern den Beweis dafür, wie wichtig die Wiederholung der Konzepte und der Austausch über Verletzungen oder Beinahe-Unfälle und deren potenzielle Konsequenzen sind. Das Ziel: die neuronalen Wege verbessern und stärken. Denn das wiederum ermöglicht es unserem Unterbewusstsein, ein sofortiges Gefühl der Gefahr zu entwickeln – und zwar immer, wenn wir hektisch, frustriert oder müde werden (Technik zur Reduzierung kritischer Fehler Nummer 2). Erfahren Sie in diesem Artikel, wie dies gelingt!

8. Die Stufen der Selbstüberschätzung und warum es nicht darauf ankommt, was wir tun, sondern wann wir es tun

Zu wissen, was den Großteil schwerer Verletzungen oder gar tödlichen Unfälle verursacht, ist zwar ein guter Anfang. Um schwere Unfälle jedoch wirklich zu vermeiden, müssen wir wissen, „wann“ sie eintreten. Wann ist es am wahrscheinlichsten, dass ein fataler Fehler passiert? Dieser Paradigmenwechsel geht auf das Konzept Anticipating Error (Fehler vorwegnehmen) ein und gibt Ihnen praktische Werkzeuge an die Hand. Diese helfen Ihnen und Ihren Mitarbeitern dabei, Rate Your State in Echtzeit anzuwenden: Lernen Sie, wie das selbst in Situationen gelingt, in denen das Risiko, unbeabsichtigte Fehler mit schwerwiegenden Folgen zu machen, besonders hoch ist!

9. Kritische Entscheidungen – Teil 1: Regel oder Ausnahme?

Es mag zahllose Gründe dafür geben, warum Menschen in alltäglichen Situationen freiwillig Risiken eingehen. Für die meisten läuft es jedoch auf zwei Beweggründe hinaus: Entweder das riskante Verhalten ist für sie bereits Gewohnheit (wie zum Beispiel keinen Gesichtsschutz zu verwenden). Oder sie machen heute eine Ausnahme von der Regel. Genauso einfach ist es, auch die Zustände zu erkennen – oder ihre Kombinationen – die jemanden dazu bringen können, „seine eigenen Regeln zu brechen“. Dieser Paradigmenwechsel geht jedoch noch einen Schritt weiter und zeigt, dass dieselben vier Techniken zur Reduzierung kritischer Fehler uns auch bei einer weiteren Herausforderung helfen können: So können Sie fatale Entscheidungen vermeiden, die das Sicherheitsrisiko durch Hektik, Frustration, Müdigkeit und Selbstüberschätzung erhöhen oder negativ beeinflussen!

10. Kritische Entscheidungen – Teil 2: Bewusstes Risiko und bewusste Fehler

Wenn wir uns in einem kritischen Zustand befinden, sind wir nicht nur weniger aufmerksam: Es wird schwieriger für uns, die richtigen Entscheidungen zu treffen und uns sicher zu bewegen. Allerdings ist uns das in den seltensten Fällen klar. Dennoch ist es möglich, diese Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. Lesen Sie hier, was Sie dabei beachten sollten!

11. Wie Sie Qualität, Produktionseffizienz und Kundenbindungen verbessern

In diesem Beitrag geht es darum, wie häufig die vier Zustände in alle Bereiche des menschlichen Fehlverhaltens mit hineinspielen – außer, sie befinden sich noch in der Lernphase oder tun etwas vollkommen Neues. Diese Erkenntnis allein erfordert ein gewaltiges Umdenken in den Köpfen der meisten Menschen. Sobald sie jedoch verstehen, wie viele Fehler sie lediglich aufgrund dieser vier Zustände tatsächlich machen, dann ist es relativ einfach, sie davon zu überzeugen, dieselben Techniken zur Reduzierung kritischer Fehler in Kombination mit einigen anderen Konzepten oder Techniken zu verwenden, wie zum Beispiel Fail-Safe, Gegenprüfung, Anticipating Error und Rate Your State. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie Fehler reduzieren oder ganz verhindern können, bevor sie zu erheblichen Problemen führen, die etwa der Qualität oder Effizienz in der Produktion oder auch dem Vertrieb oder Kundenbeziehungen schaden!

12. Aktiv Mitarbeiter einbinden und kritische Performance-Probleme vorwegnehmen

Solange Theorie oder neu angeeignetes Wissen nicht in die Umsetzung kommt, wird sich nichts wirklich grundlegend ändern: wir alle kennen die Vorteile einer anständigen Ernährung und regelmäßiger sportlicher Betätigung, doch nur ein kleiner Prozentsatz der Menschen nutzt dieses Wissen wirklich zu ihrem Vorteil. Der abschließende Beitrag stellt dar, wie Sie Ihre Mitarbeiter in die Prozesse von Anticipating Error und Rate Your State einbeziehen. In den meisten Fällen geht es zunächst um einen Zeitraum von 24 Stunden: wo und wann ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass Ihnen ein schwerwiegender Fehler unterläuft, der sich auf Ihre Leistung auswirkt? Auf welche Zustände sind diese wohl am ehesten zurückzuführen, und welche Techniken zur Reduzierung kritischer Fehler – oder welche Kombination mit weiteren Techniken wie Fail-Safe, Gegenprüfung, Anticipating Error und Rate Your State – eignen sich am besten, um diese Fehlern zu vermeiden? Indem Sie Ihre Mitarbeiter aktiv in diesen Prozess mit einbeziehen, etwa durch 1:1-Dialoge oder Gruppengesprächen vor der Schicht, gibt dieser Prozess jedem Einzelnen die Möglichkeit, Selbstüberschätzung wie auch die anderen drei Zustände in den Griff zu bekommen: So können Sie erhebliche Performance-Fehler und schwere Verletzungen von vornherein verhindern! (Dezember 2019)

 

Wir laden Sie ganz herzlich dazu ein, die Paradigmenwechsel-Reihe zu lesen und mit uns in die kritische Diskussion zu gehen. Profitieren Sie von unserer umfangreichen Erfahrung, die wir in Tausenden von Sicherheitsprogramm-Implementierungen gesammelt haben.

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